Geschichte 07: Ulrike und Ludwig

„Jung und wild“ lernten sich Ulrike und Ludwig 1963 in der Jugendherberge in Villach/St. Leonhard in Österreich beim Tanzen kennen, ein Jahr darauf auch lieben. Er als Salzburger Mopedfahrer, sie als Radurlauberin auf Österreich-Tour.

So haben sie uns ihre Geschichte erzählt:

„Wir sind ein echtes „Oldie-Paar“ und unsere Treue zum Jugendherbergswerk gründet darauf, dass wir uns im Jahr 1963 in der Ausweichjugendherberge Villach/St. Leonhard/Österreich kennengelernt haben. Die JH Sattendorf am Ossiacher See war überfüllt. Mein Mann war mit seinem Schulfreund von Salzburg per Moped unterwegs und mein Bruder und ich machten eine „Österreich-Rundfahrt“ mit dem Fahrrad. Das Geld war knapp damals und so war die Tour von Jugendherberge zu Jugendherberge trotzdem machbar.  In jungen Jahren treibt man ja so manchen Scherz. Im frischgefallenen Schnee im Naßfeld bei Bad Gastein barfuß um die Hütte laufen, die Räder teilweise um den Millstätter See tragen, eine Bergtour zu Füßen der Drei Zinnen unternehmen und in St. Leonhard zum Feuerwehrfest zum Tanzen gehen. Als sich dort herausstellte, dass mein Bruder und ich kein Paar waren (in der Jugendherberge durften wir nämlich ganz gegen die Gepflogenheiten in einem Zimmer übernachten!) wurde sogar mit dem Tanzen etwas. Mein Bruder schrieb dann die Adressen der beiden Salzburger auf. Im Jahr darauf reisten wir per Bahn zum 1. Mai nach Salzburg und die beiden Burschen zeigten uns ihre Heimatstadt. So richtig begeistert waren sie über den Besuch von „draußen“ zwar nicht, aber das änderte sich mit der Zeit...

Im September 1967 haben wir also den „Bund fürs Leben“ geschlossen und konnten immerhin schon die „Goldene Hochzeit“ feiern. Dem Jugendherbergswerk blieben wir in all den Jahren verbunden, so auf diversen Radtouren durch Deutschland und Österreich. Unser absolutes Jugendherbergs-Highlight war die Jugendherberge  Honolulu auf Hawaii. (Im Hotel kann ja jeder…) Auch unsere Liebe zu Island ist überwiegend in Jugendherbergen vertieft worden.

Voriges Jahr unternahmen wir eine Radtour von unserem Heimatort zum Königsee und hier stehen wir nun sehr stolz an unserem Ziel – dem Königsee.“